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Seit etwa einem Jahrzehnt arbeitet A.J. Weigoni an der Schnittstelle zwischen Literatur, bildender und akustischer Kunst. Ungefähr über die Länge dieses Zeitraums betreibt er poetische Studien über Kommunikationsmaschinen.
In der Auseinandersetzung mit seinen Stoffen steht Weigoni immer wieder vor das gleiche Problem:
“Wie lasse ich bei meinen Lesern / Hörern Bilder im Kopf entstehen, die die Bilder meiner Leser und Hörer sind?”
Weitere Fragestellungen sind:
Die Wirklichkeit eines gespeicherten Bildes ist seine fast universelle Einsetzbarkeit; die Tatsache, dass es uns einfach zur Verfügung steht und ungeachtet seiner einstigen Bedeutung immer wieder neu erscheinen kann. Lassen sich Original und Wirklichkeit in der Welt der Medien eigentlich noch unterscheiden oder ist die Authentizität des Produzenten die Wirklichkeit?
Gibt es noch unverbrauchte Sprach-Bilder?
Kreativität entsteht durch das Wechselspiel von Imitation und Erneuerung; Regeln sind dazu d, dass man sich von ihnen läßt, und unsere Sprache bleibt dadurch lebendig, daß wir sie im Umgang mit ihr immer wieder verändern. Es sind diese Wechselwirkungen zwischen Gegebenem und Neuem, zwischen Wiederholung und Veränderung, die das Denken prägen. Man muß eine Kulturdebatte über Medien und Medienentwicklung führen, da bieten sich Literatur, Bildende Kunst oder auch alles, was multimedial stattfindet, natürlich an, weil sich die Künstler, auch über die spezifischen Fachgrenzen hinaus, gerade in den letzten zehn Jahren mit gesellschaftlichen Fragestellungen befaßt haben.
Wer nicht hysterisch über Kunst und neue Medien sprechen will, braucht nicht in einen naiven Realismus zu verfallen. Es gibt auch dazu eine Alternative, die nicht minder rational ist: die medienarchäologisch genaue Analyse jener Änderungen der Wirklichkeit, die sich auf dem Weg von den einstige Analogmedien wie Rundfunk oder Telefon zum Digitalmedium Computer ereignet haben.
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